Schatzkiste Lichtenfels - Sauerschell Birgit

Adresse

Schatzkiste Lichtenfels - Sauerschell Birgit
Gabelsberger Straße 22
96215 Lichtenfels
Link Schatzkiste-Partnervermittlung
Link Schatzkiste Lichtenfels
Oberfranken, Deutschland

Standorte: Lichtenfels
Anzahl der Mitarbeiter: Keine Angaben Mitarbeiter
Umsatzentwicklung: Keine Angaben
Branche: Gesundheit

Schwerpunkte (Tätigkeit), Spezialitäten (Produktionsverfahren, besondere Stärken), Auszeichnungen, Ehrungen, Preise, etc.

Schwerpunkte:
Partnervermittlung für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Spezialitäten:
Die Schatzkiste - eine Idee aus dem Jahr 1998 vom Diplom-Psychologen Bernd Zemella aus Hamburg - nach Bayern, Franken, Lichtenfels gebracht

Motto, künftige Vorhaben und Pläne

Motto:
Jeder Mensch hat das Recht auf partnerschaftliche Nähe.

Weitere Pläne:
Weiter Gründer von Schatzkisten im In- und Ausland können sich gerne an den Initiator wenden.

Werte

Begegnung und menschliche Nähe

Indirect-Marketing (Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, Öffentlichkeit ...)

Ein wertschätzendes Miteinander wird gefördert.

Aktivitäten

Kategorie der Aktivität:
Soziales Engagement für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Bezeichnung der Aktivität:
Die Schatzkiste hilft Menschen mit Lernschwierigkeiten einen Partner zu finden - egal ob für die Freundschaft oder für "die große Liebe".

Anstoß oder Anregung für die Aktivität:
Lichtenfels – Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Gilt das nicht auch für Menschen mit Behinderung? Gedanken wie dieser und der Wunsch Behinderter nach partnerschaftlicher Nähe haben die Lichtenfelserin Birgit Sauerschell bewogen, ins Projekt Schatzkiste einzusteigen. Damit behinderte Mitmenschen entweder einen Lebenspartner finden, oder jemanden, mit dem sie einfach nur wertvolle Zeit verbringen können. Darum gibt es seit dem 1. Juli 2010 die Schatzkiste Franken, die einzige Schatzkiste in Bayern. Mit Sitz in Lichtenfels.

Entstehung und Entwicklung/ Konkretisierung der Idee:
Schatzkiste, das ist ursprünglich eine Idee aus Hamburg. 1998 vom Diplom-Psychologen Bernd Zemella als Partnervermittlung für Menschen mit Behinderungen ins Leben gerufen. Lange Zeit war die Schatzkiste Hamburg die einzige Partnervermittlung ihrer Art in Deutschland und die einzige Schatzkiste überhaupt. Mittlerweile gibt es über Deutschland, Österreich und Oberitalien verteilt ca. 50 Schatzkisten. Aber eben nur eine in Bayern. Nord-Süd-Gefälle.

Auslöser für ein konkretes Handeln:
Schatzkiste ist ein Verein und um eine Schatzkiste "aufzumachen", drückt sich Birgit Sauerschell salopp aus, muss man Träger werden. Der Träger der Schatzkiste Franken ist das Heilpädagogische Zentrum der Caritas. In ihren Räumlichkeiten in der Gabelsberger Str. 22 hat Sauerschell einen Ort der Begegnung eingerichtet. Dort nämlich müssen sich die Interessenten einfinden, wenn sie in die Kartei aufgenommen werden wollen. Dem Verein ist es wichtig, dass die Leitung einer Schatzkiste vom Fach ist. Birgit Sauerschell ist vom Fach, sie ist Diplom-Psychologin und kommt regelmäßigen auch als Klinikclown bevorzugt bei Kindern zur Visite.


Wie wurde geplant? Was gab es zu bedenken?
Ausschließlich Menschen mit Lernschwierigkeiten (= geistige Behinderung) wird die Schatzkiste Franken in ihre Kartei aufnehmen. Derzeitiger Bestand: drei junge Männer. Am 1. Juli habe sie alle möglichen Briefe rausgeschickt uns somit auf die Schatzkiste aufmerksam gemacht. „Da konnte ja noch schlecht viel kommen“, erklärt die Psychologin, die dem Projekt Anlaufzeit einräumt. Drei suchenden Herren stehen derzeit noch keine Damen gegenüber. Frauen sind – behindert oder nicht – bei der Partnerwahl auf direktem Weg initiativer, erklärt Sauerschell das Kräfteverhältnis. Besonders junge Männer würden aber einen Wunsch oder einen Traum äußern, dem man mit einer Mischung aus Bestimmtheit und Zartgefühl entgegentreten müsse, so Sauerschell. So besteht häufig der Wunsch nach einem nicht behinderten Partner und dann gilt es, den Träumenden mit der Realität vertraut zu machen. „Man darf nicht auf die Schonschiene, nur um sie nicht zu enttäuschen“, meint die Psychologin, die klar darlegen würde, "dass eine nicht behinderte Frau kaum einen geistig behinderten Mann haben möchte."


Welche Herausforderungen traten auf? Wie wurden sie gemeistert?
Eben dieser geistigen Behinderung will sie mit der Gestaltung der Flyer entgegenkommen. Einfache, klar verständliche Sprache. Die Spielregeln für die Schatzkiste hat Birgit Sauerschell bei dem Gründer des Projekts Schatzkiste, Zemella, in Hamburg erlernt. Von ihm ließ sich die Lichtenfelserin in die Arbeit mit Karteien einweisen. Ein sensibler Bereich des Datenschutzes.

Erfolgserlebnisse und Ergebnis
Zu erreichen ist Birgit Sauerschell für Interessenten der Schatzkiste unter 0151/515 82 510. Am Dienstag zwischen 16.00 und 17.00 Uhr ist sie selbst am Telefon, ansonsten hinterlässt man nach dem Piepton Name und Telefonnummer und richtet sich auf einen baldigen Rückruf ein. Dann wird ein Termin für ein Treffen in der Gabelsberger Straße ausgemacht, wobei der Interessent auch jemanden mitbringen kann, der ihm hilft.


Spezielles zum Unternehmen

Überdies ist es so, dass wenn ein Träger seinem zu betreuenden Klienten den Gang zur Schatzkiste nahe legt, er auch in der Pflicht stünde, den Weg in die Partnerschaft zu begleiten, so Sauerschell. Und sie fügt an, dass der Wunsch nach einem Partner heutzutage auch gestützt würde. Beim Treffen selbst erzählt der Besucher dann von sich und wie er sich seinen Partner vorstellt. Er füllt zwei Bögen aus und dann hinterlegt er ein Foto von sich und sobald Birgit Sauerschell jemand passenden gefunden hat, werden Fotos getauscht. Bei Sympathie trifft man sich zu dritt im Büro in der Gabelsberger Straße. Zehn Euro einmalig kostet die Aufnahme in die Kartei, dann nichts mehr und damit Birgit Sauerschell weiß, dass die Partnersuche noch nicht beendet ist, sollte sich der/die Suchende alle drei Monate bei ihr melden. „Die Erfahrung der Schatzkistenleute ist, dass eine echte Auswahl erst bei 100 Gemeldeten beginnt“, gibt Sauerschell an und um die Bekanntheit ihrer Schatzkiste zu erhöhen, hat sie Informationen bis nach Nürnberg gestreut. Dort sei die Schatzkiste Franken schon auf Interesse der Gesellschaft pro familia gestoßen. Noch bewältigt Birgit Sauerschell das Projekt ehrenamtlich drei Stunden pro Woche. „Ich würde auch zweimal drei Stunden ehrenamtlich reinhängen“, sagt sie. Jedoch, wenn der Arbeitsaufwand mehr würde, wird sie sich Mitstreiter suchen. Weil es zur Lebensrealität Behinderter gehört, dass sie schwer einen Partner finden. Und um etwas gegen das Nord-Süd-Gefälle zu tun.

Texte: Markus Häggberg, Redakteur

Anregungen an andere Menschen, Unternehmen und die Politik

Jeder Mensch kann nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag zu einer lebens- und liebenwerteren Welt leisten.
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