Mit Schwung gegen mutlos stimmende Miesmacherei

KONZEPT Der Burgkunstadter Unternehmensberater Robert Knitt hat eine besondere Web-Seite entwickelt.

Lichtenfels — Robert Knitt verbreitet gute Laune. Er ist Deutschland. Dabei ist seine Welt bestimmt durch Zahlen, Bilanzen und Begriffe wie Wertschöpfung und Shareholder value. Trotzdem hört man dem 46-jährigen Burgkunstadter Unternehmensberater und Finanzplaner gerne zu, wenn er vom Wirtschaftsstandort Deutschland als von einer Stärke spricht und die durch die Medien geisternde Verbreitung ewig schlechter Wirtschaftsnachrichten auf das zurückführt, was sie häufig genug ist: Eine gebetsmühlenartige, entkräftende, mutlos machende Miesmacherei.

Dagegen muss man etwas tun, dachte sich der Oberfranke, der Jammern nicht leiden kann, und setzt lieber auf eine Rückbesinnung auf immaterielle Werte in der Wirtschaft. Das sieht die Universität St. Gallen ganz genauso und stellte unlängst fest, dass zum Unternehmenswert ebenso der gute Name, motivierte Mitarbeiter, neue Ideen oder bewährte Lieferantenverbindungen gehören.

Grund genug also, das Augenmerk auf die Vorteile zu richten, die wir haben, oder anders gesagt: "Umsonst sind wir auch nicht Exportweltmeister". Aha, wir können also was. Es ist uns nur nicht immer so bewusst. Damit ermutigende Erfolge auch bekannt werden können, hatte Robert Knitt eine Idee entwickelt. Er ließ sich im Internet die Domain www.positive-stimmung-fuer-deutschland.de sichern. Von dieser Web-Seite aus führen voraussichtlich ab Herbst noch gut ein Dutzend Ableger hin zu Bereichen wie Unternehmerpersönlichkeiten, Standortvorteil Deutschland, Innovationsoffensive, Deutsche Marktführer, Mittelstandsoffensive, "Gestärkt aus der Krise" oder "Handeln statt reden" und und und.

Konkret sieht das so aus, dass z. B. auf der Web-Seite www.gestaerkt-aus-der-krise.de Unternehmen erscheinen, die eine schwere Zeit erfolgreich durchgestanden haben, wenn möglich auch ohne den Abbau von Arbeitsplätzen. Auf der letzten Seite wünscht sich Knitt prominente Mutmacher, Persönlichkeiten aus allen Bereichen und erfolgreiche Menschen, die durch ihre eigene Erfolgsgeschichte Zeugnis davon ablegen können, dass jeder Mensch etwas hat, worauf er stolz sein kann. Sie, ich, wir alle. Es werden sich Firmen auf den Seiten eintragen lassen können, die technische Neuerungen einführten, Erfinder, die Sponsoren suchen, Unternehmen die in Deutschland investieren, Unternehmen die in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, Menschen, die als Musterbeispiel für Handeln gelten dürfen, oder Betriebe, die Stiftungen für Forschung und Entwicklung gegen Krankheiten ins Leben rufen. Bis hierhin war alles verständlich.

Bleibt nur die Frage, wer denn nachprüft, ob diese Firmen nicht bei ihren Angaben flunkern, um sich unrechtmäßig im Lichte dieser Web-Seiten zu sonnen? Robert Knitt greift bei dieser Frage lächelnd zum Multivitaminsaft. Er hat Vorsorge getroffen. Sein Konzept
sieht vor, dass Marketingagenturen die Daten und Angaben der jeweiligen Firmen überprüfen und dafür als Förderer aufgeführt werden können.

Diese Agenturen haben sich dazu auch schon bereit erklärt. Bis zum Herbst sollen auf der Web-Seite pro Rubrik mindestens zehn Einträge stehen, und um dies zu erreichen, fährt Knitt in seiner Freizeit die oberfränkischen Lande auf und ab und wirbt bei Firmen und Betrieben für seine Idee.

"Multiplikatoren" nennt der Finanzplaner alle Möglichkeiten, die zur Verbreitung dieser Idee beitragen, und als solche hat er auch die Handelskammern und TV Oberfranken auf sich aufmerksamgemacht.

Es gibt viel zu tun und Robert Knitt mag nicht warten. Nur das Handeln befreit aus der Depression und vielleicht ist das der Grund, weshalb er eigentlich immer gut gelaunt ist. Außerdem liegt ihm seine Heimat Oberfranken am Herzen, eine Region, die auszubluten droht, wenn es nicht gelingt, hier qualifizierte Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Branchen entstehen zu lassen. So gesehen: Sollten wir nicht alle ein bischen knitt sein? Du bist Deutschland, du bist Oberfranken. MH

Datum: 15.04.2006
Autor/Quelle: Fränkischer Tag GmbH & Co KG, Redaktion Lichtenfels,  Markus Häggberg


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